Aufgabe

Moderne elektronisch gesteuerte Automatikgetriebe haben keinen Wahlschalter für Power/Economy mehr. Das Steuergerät ermittelt über die vorhandenen Sensoren, ob der/die Fahrer/in lieber im Leistungs- oder im Wirtschaftlichkeitsbereich fahren möchte. Doch wie entscheidet das Steuergerät? Ein Beifahrer wäre wohl eher in der Lage, nach einer bestimmten Strecke zu beurteilen, ob leistungsbewusst oder ökonomisch gefahren wird. Die Regeln menschlichen Denkens auf den Computer zu übertragen ist Aufgabe der Fuzzy-Logik.

Funktion

Das Wort Fuzzy wird ‚fasi‘ mit kurzem ‚a‘ und weichem ’s‘ gesprochen und bedeutet soviel wie ‚unscharfe Grenze‘. Sie wird immer dort gebraucht, wo mindestens 2 Variablen miteinander verglichen werden und miteinander in besonderer Weise verknüpft sind. Dabei können statt ‚wahr‘ oder ‚falsch‘ hier mehr Bereiche z.B. so unterschieden werden: ’sehr hoch‘, ‚hoch‘, ‚mittel‘, ’niedrig‘ und ’sehr niedrig‘. Diese werden anschließend gewichtet und dann miteinander verrechnet.
So haben Beifahrer sehr unterschiedliche Möglichkeiten, zu einem Urteil ‚Powerfahrer(in)‘ zu kommen. Es kann in einem kurzen Zeitabschnitt sehr stark beschleunigt werden oder es kann über längere Zeit eine mehr als mittlere Gaspedalstellung gewählt werden. So kann das einmalige starke Beschleunigen durch sanfteres Fahren danach wieder kompensiert werden. Und genau so ein Fall ist typisch für die Fuzzy-Logik. Obwohl sie menschliches Denken nachbildet, muss sie doch zu einem eindeutigen Urteil kommen: ‚Power‘ oder ‚Economy‘. Dies allerdings ist eine Unterforderung, kann doch die Fuzzy-Logik auch Variablen so miteinander vergleichen, dass am Ende ein exakter Zahlenwert z.B. für den Öffnungsgrad eines Ventils herauskommt.